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Der Klimagipfel von Kopenhagen sei gescheitert,
hören wir. Gescheitert ist auch der Handel
mit Verschmutzungsrechten, genannt „Emissionshandel“,
der seit 2005 den Ausstoss von CO2 in der EU senken
soll.
Den
umweltschädlichsten Industrien wurden Zertifikate,
also das Recht zum Ausstoss einer bestimmten Menge
Kohlendioxid, geschenkt. Bei Nichtausschöpfung
dürfen die Unternehmen diese Emissionsrechte
verkaufen. Nun wurden für 2007 circa 8% Emissionsrechte
zuviel vergeben. Der Preis der Tonne CO2 tendierte
phasenweise gegen null. Länder die ihre Quote
infolge industrieller Zerrüttung nicht nutzten
(ehemaliger Ostblock), durften ihre Rechte weiterverkaufen
und somit die Emissionen in anderen Ländern
erhöhen helfen – eine neoliberale Perversität.
Statt
Emissionen zu senken, können Firmen ihren
CO2- Ausstoss auch im Ausland “kompensieren”.
Also Projekte in südlichen Ländern finanzieren,
die neue Emissionen verhindern, welche sonst angeblich
entstanden wären. Von den Firmen, die solche
neokolonialen Projekte auf ihre formelle Berechtigung
hin prüfen, wurden mehrere vorübergehend
wegen unseriöser Geschäftspraxis gesperrt,
darunter die prestigeträchtige Schweizer
Société Générale de
Surveillance. – Dass die ganze Klimadiskussion
eigentlich nur die Folge von massivsten Eingriffen
der industriellen Zivilisation in die natürlichen
Kreisläufe ist, davon spricht fast niemand.
José Manuel Naredo liefert in dieser Debatte-Nummer
grundlegende Fakten zum Thema.
Die
Redaktion
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