|
In den letzten Monaten haben sich Lohnabhängige
verschiedener Branchen kollektiv gegen Angriffe
seitens der Arbeitgeber gewehrt. Diesen Kämpfen
kommt in der Schweiz, im Pionierland des Arbeitsfriedens
und der propagierten Identifikation mit dem Chef,
eine hohe Bedeutung zu. Es zeigt sich, dass Klassengegensätze
auch hierzulande immer mal wieder aufbrechen und
die Gesellschaft nicht einfach „befriedet“
ist. Wir kommen in dieser +ummer auf vorläufig
abgeschlossene oder noch laufende Auseinandersetzungen
zurück. Es geht darum, die Protest- und Streikaktionen
auf dem Bau und den eindrücklichen Streik
der SBB-Cargo-Angestellten im Tessin besser zu
verstehen. Wir drucken insbesondere ein aufschlussreiches
Interview mit Streikführer Gianni Frizzo
über den Streik der „Officina“
in Bellinzona ab, das Pino Sergi geführt
hat. Die Auseinandersetzung um SBB Cargo ist nicht
beendet, die Solidarität ist gefragt –
es geht um die kollektive Fähigkeit, in einem
schwierigen Umfeld dem Druck des Kapitals etwas
entgegenzusetzen und ein Stück Handlungsmacht
zurück zu gewinnen. Von der Fähigkeit
zur Selbstorganisation, die insbesondere im Tessin
demonstriert wurde, und von der Solidarisierung
linker Kräfte hängt entscheidend ab,
ob es gelingen wird, die Rechte von uns allen,
der Lohnabhängigen, zu stärken.
Die
Redaktion |