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Jahre sind vergangen seit der ethnischen Säuberung
eines grossen Teils von Palästina. Vor etwas
mehr als 40 Jahren fanden weitere Massenvertreibungen
statt. Was seither unter der Etikette „Friedensprozess“
inszeniert wurde, hat ausschliesslich zum Ergebnis,
dass der stetige Landraub in den besetzten Gebieten
und die völkerrechtswidrige Ansiedelung von
EinwandererInnen auf gestohlenem Land voran-getrieben
wurde. Die „Zweistaatenlösung“,
die uns immer wieder als Lösungsansatz vorgegaukelt
wird, ist mittlerweile Makulatur, weil die voneinander
isolierten Bantustans, militärisch abgeriegelte
Ghettos nach dem Muster der ehemaligen Apartheid
in Südafrika, auf den übrig gebliebenen
10 bis 15 Prozent des historischen Palästina
per Definition keinen zweiten, lebensfähigen
Staat mehr ergeben können. Damit ist auch
endgültig entlarvt, dass die israelischen
Zionisten einen solchen Staat an ihrer Seite nie
gewollt haben und freiwillig auch nie akzeptieren
werden.
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| Phosphorgranaten
der israelischen Armee schlagen auf ein Spital
in Gaza ein. |
Die
Kollaborateure
Den
allgegenwärtigen Menschenrechtsverletzungen
und den regelmässigen Verstössen Israels
gegen Beschlüsse der UNO zum Trotz unterstützen
die Regierungen der USA, der EU-Länder und
auch der Schweiz unisono und einseitig das Kolonialregime
Israels. Sie finanzieren faktisch das Besatzungsregime
und ohne ihre Milliardenspenden (Israel erhält
mehr „Entwicklungshilfe“ als ganz
Afrika) wäre Israel dazu gezwungen, Frieden
zu schliessen. Unter dem Vorwand, Menschenrechte
zu verteidigen, werden unfolgsame Ländern
vom „Westen“ bedroht, wirtschaftlichen
Blockaden ausgesetzt und militärisch überfallen
und man stellt sich die Frage, weshalb Israel
nicht mit denselben Massstäben gemessen wird.
Die Erklärung dafür ist nicht so schwierig
wie sie scheint. Israel hält mit seinem Bedrohungspotenzial
die Diktatoren der umliegenden Länder an
der Macht und zugleich unter Kontrolle und macht
sie den imperialen Interessen gefügig. Jordanien
und Ägypten kollaborieren vollständig
und unterdrücken jede Solidaritäts-kundgebung
der Bevölkerung mit Palästina. Ausserdem
liegen die Interessen Israels und der Regierungen
Europas auf einer Linie. Die Jagd nach billigen
Rohstoffen und Arbeitskräften und die Deregulierung
der Märkte sind gemeinsame Ziele. Israel
ist der zuverlässigste Stellvertreter des
westlichen Imperialismus im ölreichen Nahen
Osten. Eine irrationale, medial geschürte
Islamophobie hat das verloren gegangene Feindbild
„Kommunismus“ abgelöst. Darin
sucht unter anderem eine rassistische Ausgrenzungspolitik
gegenüber dem Süden seine Rechtfertigung.
Für die westliche Waffenindustrie –
die schweizerische RUAG eingeschlossen –
ist Palästina das ideale Labor für die
Bewährungsprobe am lebenden Objekt und die
technisch versierte israelische Armee der zuverlässigste
Testbetrieb. Phosphor-Brandbomben wurden so getestet,
aber auch neuartige sogenannten Flechette-Panzergranaten
– Explosivkörper, die Tausende kleine
pfeilförmige Projektile verschiessen, um
so möglichst viele Personen zu treffen. Nicht
zu reden von den neusten Kriegstechnologien, der
satellitengestützten Feuer-leitung und der
Feinderkennung mittels Nachtsicht- und Wärmbildtechnik.
Je
weiter rechts eine europäische Regierung
steht, umso enger sind ihre Banden mit Israel.
Israels beste Freunde sind, neben dem ehemaligen
US-Präsident und seiner neokonservativen
Entourage, die auch unter Obama weiterhin Einfluss
auf die Politik der USA haben wird: Berlusconi,
Merkel und Sarkozy.
Mit
diesen Feststellungen haben wir auch eine Erklärung
dafür, weshalb unsere Eliten und damit die
von ihnen kontrollierten Massenmedien angesichts
Israels brutaler Aggressionspolitik einen derartigen
Eiertanz um eine „ausgewogene“, neutralistische
Kommentierung dieses jüngsten Massakers vollführen.
Zwar konnte man in der Berichterstattung viel
über das Leiden der PalästinenserInnen
und
die möglicherweise übertriebene Handlung
Israels erfahren, aber in einigen grundsätzliche
Aspekten ist es unseren Meinungs-machern nicht
gelungen, ihre einseitige Haltung zu verstecken.
Die
„ausgewogene“ Einseitigkeit
Im
Mainstream der Medienberichterstattung waren wir
folgenden unwahren Behauptungen ausgesetzt:
1.
Israel sei existenziell bedroht und habe sich
gegen den Beschuss mit palästinensischen
Raketen zur Wehr setzen müssen. Abstrus,
wenn man das Waffenarsenal Israels mit demjenigen
der Palästinenser vergleicht: Letztere
verfügen über selbstgebastelte Kassam-Raketen,
von denen ungefähr jede Tausendste einen
Schaden anzurichten vermag und ein paar Tausend
Handfeuerwaffen im Gazastreifen.
2. Israel habe notgedrungen
aufgrund der sich zuspitzenden Lage zurückschlagen
müssen. Wo doch jedem Sachkundigen klar
ist, dass eine solche konzertierte und gezielte
Aktion der Streitkräfte Monate Vorbereitungszeit
erfordert. Den für das Losschlagen gewählten
Zeitpunkt muss man viel eher in der damals ablaufenden
Amtsperiode von US-Präsident Bush und dem
bevorstehenden israelischen Wahlkampf suchen.
3. Die BewohnerInnen in der
Umgebung des Gazastreifens seien durch den Beschuss
durch Kassam-Raketen traumatisiert. Was sich
besonders dann ganz klar zeigte, als diese sich
zu Hunderten auf den Gaza umgebenden Hügeln
besammelten, um beim Picknick mit Fernrohren
und Feldstechern der Bombardierung der dichtbesiedelten
Stadt Gaza zuzusehen.
4. Die Palästinenser hätten
den für den Zeitraum vom 19. Juni bis 19.
Dezember 2008 vereinbarten Waffenstillstand
gebrochen. Im Widerspruch dazu steht: bis zum
4. November 2008, dem Tag der US-Präsidentenwahlen,
kam in Israel niemand zu Schaden, jedoch wurden
über 40 Palästinenser extralegal,
das heisst auf reinen Verdacht hin, getötet.
Zudem ging die praktisch totale Blockade des
Gazagefängnisses weiter. Glaubwürdiger
ist da der UNBerichterstatter Richard Falk,
der für den Bruch des Waffenstillstands
eindeutig Israel verantwortlich macht.

Weshalb,
fragt man sich, konnte man in unseren Massenmedien
nicht erfahren:
1.
Dass zwei Drittel der BewohnerInnen im Gazastreifen
Nachkommen von Vertriebenen aus Gazas weiterer
Umgebung sind, die den völkerrechtskonformen
Anspruch erheben, in ihre Heimatorte zurückzukehren;
dass die vielzitierte Stadt Sderot früher
ein palästinensisches Dorf mit dem Namen
Najd war, eines der über 500 Dörfer,
aus denen die Bevölkerung von den Zionisten
hinausgesäubert wurde.
2.
Dass Israel auch im Verlaufe des Waffenstillstands
nur 60 Prozent der für eine angemessene
Ernährung notwendigen Nahrungsmittel-Kalorien
in den Gazastreifen gelassen hat. Der Regierungsberater
Dov Weisglass sprach davon, die eingeschlossenen
Menschen unter „Diät“ zu halten.
Kein Wort darüber, dass eine solche Aushungerungsstrategie
bleibende Entwick-lungsschäden namentlich
bei Kindern provoziert und offensichtlich zum
Ziel hat, die Menschen in Konflikte um Nahrungsmittel
zu bringen.
3.
Dass die israelische Marine regelmässig
auf palästinens ische Fischerboote schiesst,
um den Fischfang und damit die Nahrungs-mittelergänzung
in den Küstengewässern zu verhindern.
Und
warum nur sind sich ausnahmslos alle Berichterstatter
darin einig?
1.
Dass die PalästinenserInnen kein Recht
dazu haben, Widerstand gegen die Besatzung auszuüben,
dass sie kein Recht dazu haben, sich Waffen
zu beschaffen, um der schwerbewaffneten israelischen
Aggression entgegentreten zu können.
2.
Dass die Einfuhr von Materialien durch handgegrabene
Tunnels ins benachbarte Ägypten als Schmuggel
zu bezeichnen ist, als ob Israel darüber
zu bestimmen habe, was PalästinenserInnen
importieren dürfen und was nicht.
Der
Leiter des „Alternative Information Center“
in Jerusalem, Michel Warshawski, ist zum Schluss
gekommen, dass diejenigen, die in diesem einseitigen
Krieg beide Seiten gleichsam verurteilen, die
verwerflichere Rolle spielten als die Täter
selber.

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