| Zunächst
einmal gehen wir davon aus, dass sich in der Zeitschrift
Debatte keine Positionen finden, die sich mit
prokapitalistischen Vertretern eines BGE ins gleiche
Boot setzen wollen und, wie manch romantische
Linke, davon träumt, die Welt ändere
sich, weil das Proletariat dank Grundeinkommen,
endlich „Nein“ sagen kann. Trotz des
behaupteten systemsprengenden Ansatzes sieht der
RAS im Grundeinkommen aber nicht das geeignete
Mittel, der Offensive der Neuen Mitten und alten
Ausbeuter entgegenzutreten, bzw. damit einer von
sozialpartner-schaftlichen Vorstellungen entstaubten
Widerstandsbewegung auf die Beine zu helfen.
Für
den Präsidenten des Deutschen Industrie-
und Handelstag handelt es sich beim Grundeinkommen
um „eine Art trojanisches Pferd, das wir
bei den Gewerkschaften und Sozialpolitikern aufstellen.
Wir können nicht auf einen Schlag das ganze
Sozialniveau absenken“. Wenn sich solche
neoliberalen Hoffnungen auf eine weitere Radikalisierung
der Marktgesetze durchsetzen, werden diejenigen
Ansätze wenig mitzureden haben, die mit dem
Grundeinkommen Menschenwürde oder Alternativen
zur Lohnabhängigkeit befördern wollen.
Denn vor einer Diskussion über gesellschaftlich
notwendige Arbeit und deren Verteilung steht der
Kapitalismus mit seinem Zwang sowohl zu Ausbeutung
als auch zu Wachstum. Ein existenzsicherndes Grundeinkommen
ist unter kapitalistischen Umständen nicht
zu haben. Einverstanden sind wir hingegen mit
dem Befund des Nein-Sagens. In der Tat müssen
wir lernen, Nein zu sagen. Nein zur ständigen
Intensivierung der Arbeit, Nein zu den Zumutungen
der auf ein Minimum zusammengeschrumpften sozialen
Sicherung, Nein zu einer Politik, die Ursache
und Wirkung verkehrt und Arbeitslose und SozialhilfeempfängerInnen
an den Pranger stellt. Nein zu entwürdigenden
kapitalistischen Verhältnissen. Deswegen
ist es notwendig beim sozialen Widerstand anzusetzen,
bei gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen, bei
dem, was sich Klassenkampf nennt. Dass es darin
kein Patentrezept für einen Umsturz der Verhältnisse
gibt, ist unbestritten.
Das
Grundeinkommen, basierend auf einer Mehrwertsteuerfinanzierung,
setzt unserer Ansicht nach aber am falschen Hebel
an, da es die Auseinandersetzungen nicht auf dem
Terrain der den Kapitalismus dominierenden Ausbeutungsverhältnisse
zwischen Arbeit und Kapital führt. |