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der am 7. Februar verabschiedeten Plattform sind
folgende Ziele formuliert: Das „Netzwerk
für eine kämpferische Bewegung der ArbeiterInnen“
will Lohn- abhängige, GewerkschaftsaktivistInnen
und solidarische Gruppen dazu ermuntern, sich
gegenseitig in folgenden Bereichen zu unterstützen:
- demjenigen,
sich bessere Möglichkeiten anzueignen,
um am Arbeitsplatz ihre Interessen gemeinsam
zu verteidigen (Austausch von Erfahrungen
und Unterstützung bei Organisierungsbestrebungen),
-
dem, die unterschiedlichen Facetten der laufenden
unternehmerischen Angriffe nachzu-vollziehen
(Information und Analyse),
- der
Solidaritätsarbeit und dem Austausch
unter Lohnabhängigen, die sich in der
Schweiz oder im Zusammenhang mit Schweizer
Firmen im Ausland dafür einsetzen, im
gemeinsamen Kampf ihre Interessen zu verteidigen.

Das Umfeld
Die
Schweiz ist ein Land mit wenig Tradition in Arbeitskämpfen.
Die etablierten Gewerkschaften ziehen es in der
Regel vor, Konflikte mit einigen „vernünftigen“
Vorschlägen (z.B. Sozialplänen) am Verhandlungstisch
zu behandeln, bevor sie überhaupt eine gewisse
Dynamik und Radikalität erreichen können.
Aktivitäten, die eine gewisse Militanz erfordern,
verstehen sie eher als propagandistische Aktivität
– von Zeit zu Zeit und wenn günstige
Voraussetzungen vorliegen. Der Streik wird nicht
als Mittel zur Durchsetzung eines gesetzten Ziels
betrachtet, sondern als (letztes!) politisches
Druckmittel im Hinblick auf einen („fairen“)
Kompromiss mit den Unternehmern. Der Streik wird
damit auf seinen symbolischen Charakter reduziert.
Mittel
und Vorgehensweise
Für
die Zielerreichung entscheidend ist es, einen
Ort für den Austausch von Erfahrungen unterschiedlicher
Arbeitskämpfe zu schaffen.
Eine
weitere Aufgabe des Netzwerkes muss die Information
über Konflikte in der Arbeitswelt gegenüber
der Öffentlichkeit sein. Hier geht es –
soweit die Kräfte es erlauben – darum,
einen Gegenpol zur demobilisierenden Berichterstattung
der Mainstream-Medien zu bilden.
Finden
Arbeitskämpfe statt, bietet das Netzwerk
oder seine Vertretungen in der entsprechenden
Region eine solidarische Unterstützung an.
Diese kann - immer den Bedürfnissen der aktiven
Belegschaftsmitglieder entsprechend - die Form
von Öffentlichkeitsarbeit, von Demonstrationen
bis hin zu Betriebsblockaden haben.
Unsere Initiative muss den Bedürfnissen eines
wesentlichen Teils der Lohnabhängigen entsprechen.
Selbstorganisation
In
der erwähnten Plattform steht auch: „Das
Netzwerk unterstützt also die Selbstorganisierung
und Selbstbestimmung der ArbeiterInnen. Das Netzwerk
versteht sich weder als eine oder mehrere Oppositionsströmungen
innerhalb der bestehenden Gewerkschaften, noch
als eine Alternative zu diesen Gewerkschaften.“
Die
Entwicklung von Bewusstsein hat dann einen guten
Nährboden, wenn eine Bewegung vorhanden ist.
Fehlt die Bewegung, die Selbstaktivität,
lauert die gegenteilige Entwicklung. Schwindet
die Hoffnung, (gemeinsam) ein Ziel zu ereichen,
wächst die Gefahr, dass viele sich der Wahl
zwischen dem kleineren und dem grösseren
Übel zuwenden – nach dem Motto: lieber
einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem
Dach.
Bewegung
kann man behindern oder fördern – auf
Knopfdruck auslösen kann man sie nicht. Es
gilt unter anderem, zur richtigen Zeit am richtigen
Ort zu intervenieren. Dazu kann das Netzwerk und
ein regelmässiger Informationsaustausch nützlich
sein. Der Ausdruck „Eins, zwei, drei –
viele Officine“ muss unter diesem Aspekt
betrachtet werden.
Wir
erwarten als Folge der aktuellen Krise des Kapitalismus
eine Zunahme von Entlassungen und Betriebsschliessungen.
Dies bedeutet jedoch nicht automatisch ein Ansteigen
von Arbeitskämpfen, denn die Gewerkschaften
werden in der Regel schnell zur Stelle sein und
Sozialplanverhandlungen und Schiedsgerichtsverfahren
vorschlagen, die zur Beruhigung der Lage führen.
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