| Der
Kapitalismus steckt in seiner schlimmsten Krise
seit 1929. Sie hat verschiedene Gesichter: die
Beschleunigung des Klimawandels, Kriege um den
Zugang zu Rohstoffen, Hungerrevolten, Finanzmarkt-Crash
und Rezession. Ausgehend von den Industrieländern
wird auch der globale Süden hart getroffen,
weil noch weniger Mittel für Klimaschutz
und Entwicklung bleiben, und weil die globale
Konkurrenz um Märkte und Profit noch brutaler
zu werden droht. Millionen Menschen verlieren
ihre Arbeit, ihre Wohnungen und ihre Lebensperspektiven.

Zeit
für Systemwechsel - Für eine solidarische
Gesellschaft
Die
Entfesselung des Kapitals und der erpresserische
Druck der Finanzmärkte haben sich als zerstörerisch
erwiesen. Ein anderes Weltwirtschaftssystem ist
nötig. Eines, das Mensch und Natur dient;
das auf den Prinzipien globaler Solidarität,
ökologischer Nachhaltigkeit und demokratischer
Kontrolle aufbaut. Dazu gehört, dass Bildung,
Gesundheit, Alterssicherung, Kultur und Mobilität,
Energie, Wasser und Infrastruktur nicht als Waren
behandelt werden, sondern als gesellschaftliche
Leistungen, die allen Menschen zur Verfügung
stehen müssen.
Die
Reichen und Profiteure sollen zahlen
Wir
wollen, dass die Verursacher der Krise zur Kasse
gebeten werden. Das globale private Geldvermögen
hat im Jahr 2007 die Summe von 105 Billionen Dollar
erreicht und ist in acht Jahren um 50% angestiegen.
Das ist das Ergebnis einer massiven Umverteilung
von Unten nach Oben, von Süd nach Nord, von
den BezieherInnen von Lohn- (Ersatz-)einkommen
zu den Kapital- und Vermögensbesitzern. Die
Milliarden, die jetzt zur Sanierung des Finanzsektors
ausgegeben werden, dürfen nicht auf Kosten
der großen Mehrheit gehen.
Wir
überlassen den Herrschenden nicht das Feld
Der
Welt-Finanzgipfel der G20 setzt auf alte Strukturen
und Machtverhäl tnisse. Die Regierungsberater,
Wirtschaftsvertreter und Lobbyisten sind nicht
vor Scham im Boden versunken, sondern betreiben
weiter ihre Interessenpolitik. Um Alternativen
durchzusetzen, sind weltweite und lokale Kämpfe
und Bündnisse (wie z.B. das Weltsozialforum)
nötig - für soziale, demokratische und
ökologische Perspektiven.
Menschen
vor Profite
Wir
demonstrieren für Sofortmaßnahmen,
die den Opfern der Krise helfen aber gleichzeitig
den ökologischen und demokratischen Umbau
der Wirtschaft vorantreiben – als Schritte
auf dem Weg in eine solidarische Gesellschaft:
- Für
umfangreiche Investitionsprogramme in Bildung,
Umwelt- und Klima- schutz, öffentliche
Infrastruktur und Gesundheit.
- Für
einen sozialen Schutzschirm für Beschäftigte,
Erwerbslose und RentnerInnen.
- Dafür,
dass die Profiteure die Kosten der Krise bezahlen.
- Für
die demokratische Ausrichtung von Wirtschaft
und Banken.
- Die Krise
darf nicht auf die Menschen des globalen Südens
und die Natur abgewälzt werden.
Alle
Informationen zu den Demos unter: www.kapitalismuskrise.org.
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Streik
in Frankreich am 29. Januar 2009
Die französischen Gewerkschaften
haben am 29. Januar Grosskundgebungen und
Streiks gegen die Politik der Regierung
durchgeführt, die sich darauf konzentriert,
Banken und Konzerne zu retten, statt die
Situation der Bevölkerung zu verbessern.
An den Kundgebungen haben sich neben vielen
Angestellten des öffentlichen Sektors
auch Lohnabhängige der Privatwirtschaft
beteiligt – möglicherweise so
viele wie seit 1968 nicht mehr. Insgesamt
haben 2.5 Millionen Menschen an den Demos
in zahlreichen Städten – von
Paris über Marseille und Toulouse bis
in kleine Provinzstädte – teilgenommen. |
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