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Milliarden Franken hat die UBS bereits abgeschrieben.
Ein Staatsfonds aus Singapur und ein „nicht
genannter Investor aus dem !ahen Osten“
treten als Retter in der Not auf und stellen 13
Milliarden bereit. Verwaltungsratspräsident
Marcel Ospel tritt trotzdem nicht zurück
und vermag an der Aktionärsversammlung vom
28. Februar 2008 die wichtigsten Anträge
durchzusetzen.
Angesichts
solcher Ereignisse erfasst eine Mischung aus Schrecken,
Empörung und Unverständnis die helvetische
Öffentlichkeit. PolitikerInnen aller Parteien
prangern das Versagen einzelner Wirtschaftskapitäne
an. Ein furchtloser Unternehmer aus Schaffhausen
nimmt den Kampf mit den „Abzockern“
auf und reicht eine Volksinitiative ein, um den
Interessen der Aktionäre wieder mehr Geltung
zu verschaffen. Die SP Schweiz betont nicht ohne
Stolz, einen beträchtlichen Teil der Unterschriften
gesammelt zu haben. Und führende Köpfe
der Gewerkschaften wittern ihre Chance, wieder
einmal Lektionen in nachhaltiger Unternehmensführung
erteilen zu können.
Auch
uns ist Marcel Ospel nicht besonders sympathisch,
und wir sind durchaus dafür, dass „diese
Halunken“, wie Jean Ziegler sie gerne nennt,
„zur Rechenschaft gezogen werden“.
Aber wir möchten durch einen etwas längeren
Beitrag in dieser Nummer auch darauf hinweisen,
dass die so genannte Subprime-Krise nicht in erster
Linie auf die Arroganz und Unfähigkeit von
Börsenmaklern und Konzernchefs zurückgeht,
sondern in tiefer liegenden Widersprüchen
des kapitalistischen Systems wurzelt. Nur wer
die Gegenwart zu verstehen versucht, kann darauf
hoffen, eine bessere Zukunft zu erkämpfen.
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