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Die medial vollständig gleichgeschaltete
Jugendgewalt-Diskussion - sie wird nur noch durch
sexuelle Perversion, Vergewaltigung und Kindsmissbrauch
an Schlag-zeilenträchtigkeit überboten
- gehört zur Rechtfertigung der betriebenen
Aufrüstung.
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Fairplay
wird an der EM 2008 gross geschrieben. Dafür
sorgen Armee und Polizei. |
Ganze
Quartiere werden abgeriegelt, mit Checkpoints
ausgerüstet, wo nur noch durchkommt, wer
eine Sondergenehmigung vorweisen kann. Strassenzüge
werden für die Stunden gesperrt, in welchen
die VIPs, die Honoratioren, von ihren Nobelherbergen
in Luxuslimousinen in ihre Stadionlogen gefahren
werden. FA- 18 Kampfjets der Luftwaffe sichern
den Luftraum, Helikopter kreisen in der Luft,
Hunderte Fahrzeuge, vom Panzerwagen bis zum Wasserwerfer,
sind im Einsatz. Tausende Polizisten aus dem Inund
Ausland - Kostenpunkt Fr. 700.- pro Person und
Tag - sollen für Ruhe und Ordnung sorgen.
Sie werden ergänzt durch mehrere Tausend
Militärs und Zivilschutzleute, die zwangsrekrutiert
- und auf Kosten der Steuerzahler - Fronarbeit
leisten. Dazu kommen freiwillige Hilfskräfte
in Zivil, die gegen ein Sandwich, ein T-Shirt
mit Reklame drauf und vielleicht ein Trinkgeld,
gelockt vom Angebot an einem Super-Mega-Event
dabei gewesen zu sein, ebenfalls Kontrollaufgaben
übernehmen sollen.
Wer
sich an den Abschrankungen unterwürfig verhält,
erfährt die Autorität psychologisch
abgewogener Worte, wer renitent ist, bekommt es
mit den Mannen vom Gewaltmonopol zu tun.*
Hooligans
im Zaum halten
Überwachungsdrohnen
werden die „Krisengebiete“ weiträumig
im Auge behalten. Videokameras auf Schritt und
Tritt, die mobilen Filmcrews der Polizei sind
überall dabei. Es wird gemauert, eingezäunt,
es wird bestimmt, wer darf und wer nicht, es wird
kontrolliert, wer legitimiert ist und wer nicht
– ganz nebenbei kann so eine flächendeckende
Wohnsitzkontrolle erfolgen.
Wegweisungen
von Jugendlichen, die irgendwer irgendwo als störend
empfindet nehmen zu und gleichzeitig laufen die
politischen Vorstösse zu Rayonverboten, „No-go-areas“
usw. als ob die Bewegungsfreiheit der Menschen
durch den Privatbesitz von Boden nicht bereits
genügend eingeschränkt wäre (man
versuche nur einmal am Ufer eines Gewässers
entlang zu laufen ohne auf ein Durchgangsverbot
zu stossen).
Das meiste ist verboten, der Rest ist obligatorisch!
Die
bereits mangelhaften Datenschutzbestimmungen werden
ausgehebelt. StadionbesucherInnen werden biometrisch
gescannt. Der totalen Bespitzelung sind Tür
und Tor geöffnet. Auf eine Kampagne der Angstmacherei
folgt stracks ein Provisorium, welches dann zur
Permanenz und nach und nach weitere Bereiche erfassen
wird. Für diejenigen, deren Name auf den
polizeilichen Listen steht, werden besondere,
massenverhaftungstaugliche Gefängnisse gebaut
oder bestehende mit grossen Stahlkäfigen
ausgerüstet.
Da
der schweizerische Staat ja nichts gegen die blutigen
Kriege der USA und anderer verbündeter Staaten
in dieser Welt hat, ja solche mit Waffenlieferungen
unterstützt, kann es bei diesen Massnahmen
kaum um den Grundsatz der Gewaltfreiheit gehen.
Vielmehr werden wir sehen, dass die Bestimmungen
ge-gen den sogenannten Hooliganismus letztendlich
gegen die radikale politische Opposition, welche
den Ausbeuterkapitalismus abschaffen will, gerichtet
sind. Wie gehabt - siehe Fichenskandal.
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Die
Erfolge weiblicher Fussballspielerinnen
erhalten in der Regel wenig Öffentlichkeit.
Trotzdem spielen auch Frauen an der EM eine
wichtige Rolle. |
Das
Sicherheitsangebot des Staates
Kleidungsstücke,
die unautorisierte Reklameaufschriften aufweisen,
werden von Sondereinsatzkommandos beschlagnahmt,
damit keiner werben kann, der nicht zusätzlich
bezahlt hat. Preise für Werbeflächen
werden vervielfacht. Das Werbemonopol für
die Zahlungskräftigsten ist total.
Der
öffentliche Raum ist dem Business vorbehalten
Wer
das obligatorische Euro-Sport-Bier nicht saufen
will, muss seinen Durstlöscher zum Feierabend
vorübergehend ausserhalb der besetzten Zonen
zu sich nehmen. Restaurants, die verbotenes Bier
verkaufen, weil ihre Gäste sich dem Obligatorium
nicht beugen wollen, werden eingehagt. Wenn von
den zwei bis drei Millionen Fussballfans, welche
die Schweiz erwartet, nur jeder einen Liter Bier
zum Verkaufspreis von 10 bis 15 Franken trinkt,
kann man sich den Umsatz vorstellen, den der Bierkonzern
und seine Handelskette erwirtschaften werden.
Und den Profit, wenn man weiss, dass die Kosten
für die Herstellung eins Liters Bier so um
die 50 Rappen betragen.
Ein
Bierkonzern macht Alkoholprävention
Die
Schutzbestimmungen der Lohnabhängigen werden
während der Dauer der Spiele praktisch ausser
Kraft gesetzt, damit Läden bis tief in die
Nacht und auch sonntags bewilligungsfrei geöffnet
werden können. Arbeitseinsätze können
bis zu 14 Stunden am Tag angewiesen werden. Dass
für Sonderarbeitszeiten den Angestellten
vorab, gemäss Parlamentsbeschlüssen,
wörtlich „eine Aussprache“ mit
dem Chef zugestanden werden muss, ist nicht mehr
als ein schlechter Witz.
Das
bestehende Nachtflugverbot wird aufgehoben, um
den Andrang von einfliegenden Besuchern Herr zu
werden. Den Fluglärmbetroffenen dürfen
die Maschinen nunmehr bis 02.00 Uhr nachts über
die Köpfe fliegen.
Einige,
die bereits Millionen auf dem Konto haben, werden
sich ein paar Hunderttausend dazulegen können,
den KMUs fällt auch etwas ab, vielleicht
das Geschäft des Jahrzehnts, vielleicht auch
„ausser Spesen nichts gewesen“. Arbeitsplätze
wird es zuhauf geben – für ein paar
Tage nur und schlecht bezahlt. Ein Milliardengeschäft
für einige (namentlich für die als „gemeinnütziger
Verein“ steuerbefreite UEFA), Brosamen für
andere und verordnete Vorfreude für alle.
Wem
nützt’s?
Die
Medien werden nicht müde einerseits die Gefahren
(vom Ausland), die auf uns zukommen, in bunten
Farben vorzuführen und andererseits das Bürgerkriegszenario
der Sicherheitskräfte mit wohlwollender Bewunderung
zu schildern und natürlich, den Nutzen, den
wir – die Schweiz – aus dem Fussball
- Massentourismus angeblich ziehen werden, zu
beteuern. Sicherheit ist auch ein Geschäft
und muss vermittelt werden. Aus jedem Radiolautsprecher
und auf jedem TV-Bildschirm hören und sehen
wir seit Monaten von morgens bis abends, wie sich
die Schweiz freut. Überdimensionale Plakatwände
sagen uns, dass wir es nicht erwarten können,
die Türken, Portugiesen, Franzosen bei uns
tschutten zu sehen.
Freude
soll herrschen!
Die
jungen Fans mögen aus unserer Sicht unpolitisch
sein, aber sie haben eine Vorstellung von Freiheit
und sie werden sich das Vorgehen des Staates nicht
einfach so gefallen lassen. Zoff ist somit vorprogrammiert.
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